….wir sind doch erwachsen.

Nun das Unterbewusstsein hat nichts vergessen von all dem was in du in deinem Leben erlebst hast – als Beweis hat ein Hypnotiseur einen erwachsenen Mann in Hypnose versetzt und ihn allerlei zu seinem 1. Geburtstag befragt: Er gab Auskunft über die anwesenden Verwandten, deren Kleidung und die Geschenke, die sie ihm mitgebracht haben. Anhand von Fotos von diesem 1. Geburtstag wurden die Angaben überprüft und für korrekt befunden.
Also ist es nicht erstaunlich, dass die Psychologie sagt, dass alles was wir erlebt haben einen Eindruck in uns hinterlässt: Die angenehmen Begebenheiten bleiben uns in Erinnerung, die unangenehmen Erfahrungen eher in einem Bereich, in dem wir nichts mehr damit zu tun haben wollen. Und trotzdem werden die Entscheidungen, die wir beim Erleben gefällt haben uns ein Leben lang begleiten. Diese Automatismen im Verhalten werden allgemein auch Konditionierungen genannt, also wenn etwas immer wieder stattgefunden hat, zB ich werde beschimpft weil ich zu spät, zu laut, zu schmutzig, zu langsam, zu aggressiv war als Kind, und ich dann „gelernt“ habe, es nicht mehr zu tun (brav sein), es zu vertuschen (lügen), mich nicht erwischen lassen (schlau zu sein), oder auf Gegenangriff zu machen (frech, überspielen).
Und als kleine Kinder machen wir auch oft die Erfahrung, dass wir „es“ alleine machen, überstehen oder durchhalten müssen. Und Kinder glauben auch, dass es sehr erwachsen ist, wenn sie es alleine können: im Dunkeln nach Hause gehen, alleine kochen, für die kleinen Geschwister Verantwortung übernehmen, niemanden seine Ängste sagen und vieles mehr. Das wird durch den Erziehungstrick: „Du bist doch schon gross, jetzt kannst du das alleine machen“, noch verschärft. Oder die Erfahrung, dass immer wieder Situationen waren als Kind, und keiner der Eltern war verfügbar oder Willens zu helfen, so haben wir resigniert und oder kämpfen uns alleine durch……das Leben, auch noch als Erwachsene.

Auch ich kenne diese Haltung aus meinem Leben und habe viele Jahre als Erwachsene in diesem Kleinkindmodus durchgehalten!…und mir eine Erschöpfungsdepression (mit 28 Jahren) geholt… ich war der Überzeugung, es alleine schaffen zu müssen, dass ich niemanden habe/kenne, der mir hilft: Steuererklärung ausfüllen, Garten besorgen, Möbel umstellen, defekte Sachen flicken, Elektronische Apparate umprogrammieren oder Kinder hüten trotz Krankheit oder Erschöpfung.
Doch es ist anders: Menschen die wirklich erwachsen sind, im Sinne von innerer Reife und Bewusstseins-Entwicklung erkennen, dass sie Überfordert sind und können dies auch Mitteilen: Könntest du das für mich tun? Kannst du mir dabei helfen? Ich brauche Unterstützung! Bitte, du kannst das besser als ich. Oder einfach auch entscheiden, etwas nicht zu tun, weil man schon zu viel um die Ohren hat……

Gerade die Weihnachtszeit ist ein Paradebeispiel: Mütter meinen alles alleine machen zu müssen und sind nach den Festtagen ausgepowert – Ich habe mir oft gewünscht, dass am 30.11. gleich der 1.1. kommt*, weil ich mit dem Stress vom Dezember nicht „erwachsen“ umgehen konnte! Aber das muss nicht sein: Entscheide für dich, was kannst du wirklich gut, für was hast du wirklich Zeit und was macht dir wirklich Freude und das was du abgeben kannst, frage Menschen in dein Umfeld um Hilfe oder lass auch mal was bleiben, du musst nicht perfekt sein, um geliebt zu werden……und weniger ist oft mehr, auch bei den Kindern…..

 

In diesem Sinne wünsche ich dir leichte und lichtvolle Advents- und Weihnachtstage und schon jetzt alles Gute fürs 2017 – und wenn noch nicht alles stimmig ist in deinem Leben, dann ist mein Angebot an Seminaren vielleicht wertvoll für dich!

herzliche Grüsse
elisabeth
*Dieses Jahr geht auf wundersame Weise mein alter Wunsch in Erfüllung – ich reise 5 Wochen mit meinen drei erwachsenen Kindern durch Neuseeland und komme am 5. Januar 2017 zurück….