Gegensätze ziehen sich an – siehst du das auch so?

Besonders in Beziehungen denken wir, dass wir uns ergänzen, weil wir VERSCHIEDEN sind. Und bestimmt ist es lebhafter und spannender, wenn wir nicht zu ähnlich sind in einer Beziehung. Was ich aber immer wieder im Freundeskreis und in meiner therapeutischen Tätigkeit sehe, ist folgendes:

Die erste Verliebtheit ist verflogen, es kommen die individuellen Prägungen zum Vorschein. Ausgang, Freizeit, Zukunftssachen wie zusammen ziehen, Kinder etc.: Der Mann ist sehr auf Nähe bedacht, kann auch klare Zeichen von Eifersucht (Verlustängste) zeigen und wirkt auf die Partnerin eher klammernd. Sie schwärmt vom früheren Singledasein, ist gerne mit Freundinnen und Kollegen unterwegs und möchte nicht „dauern“ mit dem Freund zusammenhängen und braucht mehr „Freiheit“, fühlt sich vielleicht sogar eingeengt in der Beziehung. Ist das nun ein Gegensatz? Übrigens denke ich war es vor 20 oder 30 Jahren so, dass die Ansichten eher geschlechtlich vertauscht waren, die Frau hat eher geklammert und der Mann sich nach Freiheit gesehnt, das kann sich auch heute noch so zeigen….

Gemäss einem Buch von Hermann Meyer über Schicksalsgesetze haben „Gegensätze“ eine gemeinsame Wurzel, wir können sagen Menschen haben Defizite, also Mängel (entstanden in der Kindheit) und das hat Auswirkungen auf das Verhalten.

Ein Beispiel zum Verständnis: Jemand, der einen Mangel in seinem Selbstwert hat, möchte meist im Hintergrund sein, unauffällig bleiben und fühlt sich oft „belästigt“ von Menschen die gerne darüber reden, wie gut sie sind und dass sie „alles“ können, und ihr Leben im Griff haben. Herr Meyer meint dazu, dass dieser prahlerische Mensch in seiner Tiefe auch einen Mangel an gesundem Selbstwert hat, sich aber im Plus-Pol zeigt, quasi nicht ängstlich wie ein Kind, sondern versucht so zu tun, als hätte er/sie alles im Griff.

Auch das kann sich in Beziehungen zeigen und so zu stress führen bei Gesprächen….aber zurück zum Klammern: Wer jetzt etwas psychologisches Geschickt zeigt, wird erkennen können, dass die gemeinsame Wurzel der Partner eine Angst bezüglich der Zukunft ist (bleiben wir zusammen, liebt er mich auch wirklich, werde ich leiden, wird er mich verlassen) und ein Mangel an Urvertrauen ist. Es kommt zu Kontrollmechanismen (die angelernten Überlebensstrategien werden gelebt) um nicht verletzt zu werden: Klammern, ich mache alles das du bleibst, wir machen alles gemeinsam, ich brauche dich ODER nur nicht zu viel nähe, damit es dann nicht so weh tut wenn es auseinander geht, sich nicht wirklich auf den Partner einlassen, damit man sich schneller erholt…

IMMER ist die Angst vor der Verletzung, die uns unfrei macht, sich authentisch zu zeigen – man könnte ja einfach zugeben, du ich habe Angst, wir schaffen das nicht, oder ich werde wahnsinnig, wenn ich mir vorstelle, wenn du mich verlässt…und wenn dann Tränen fliessen, NA UND es wäre echt und keine Kontrollversion des Verstandes! Und meine Erfahrung ist, dass die Gespräche anschliessend viel tiefgründiger und die Umarmung heilsamer ist!

Als Therapeutin gehe ich jeweils auf die „Suche“ nach den Verlustängsten aus der Kindheit und im geschützten Rahmen, „liefert“ sich der Klient(in) den schmerzhaften Gefühlen aus, fühlt und zeigt seine Emotionen, und erlebt in der Sitzung, dass man nicht daran „stirbt“ (das kleines Kind glaubte das noch). So wächst sein VERTAUEN ins Leben, in seine eigen innewohnende Kraft und die Beziehungen werden liebevoller und offener: Menschen mit einem emotionale gesunden (geheilten) inneren Kind sind mehr darauf bedacht, was sie bedingungslos geben können in einer Beziehung (nicht geben um zu bekommen) und lassen den anderen frei, und sind erfreut, dass man zusammen, und doch gelassener im Umgang mit Themen.

Oft hilft schon gegenseitiges Anerkennen, also die Erkenntnis, dass man die gleichen Ängste versucht zu kaschieren….!!!!

So hoffe ich, dass mein Newsletter einen positiven Beitrag für dich bringt (auch wenn es diesmal etwas mehr zum lesen war)

und grüsse dich herzlich!



     
PS "sich nicht verstanden fühlen", ist das schlimmst in einer Beziehung – hier geht’s zum Video

MET Therapeutin, Matrix-2-Point Trainerin, Ho’oponopono Beraterin
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